Frau Müller muss weg! - AD Theater-AG

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Frau Müller muss weg!
Komödie um einen Elternabend
von Lutz Hübner und Sarah Niemitz

Elternabend der Klasse 4b. Eine Gruppe aufgebrachter Eltern hat sich im Klassenzimmer versammelt, um ein ernstes Wort mit Frau Müller zu reden. Denn Frau Müller wird mit dem nächsten Zeignis die Weichen stellen für die Wahl der weiterführenden Schule. Weil bei einigen Kindern die Noten in letzter Zeit rapide gesunken sind, rückt das Ziel „Gymnasium“ in weite Ferne. Dafür kann es nur einen Grund geben: Frau Müller ist nicht fähig, die besonderen Begabungen des eigenen Nachwuchses zu wecken und zu würdigen. Also muss Frau Müller weg! Doch das Gespräch mit der völlig überrumpelten Klassenlehrerin nimmt einen ganz anderen Verlauf, als man sich das im Vorfeld gedacht hat. Wenn es um das eigene Kind geht, dann müssen sich auch Eltern ganz neuen Herausforderungen stellen.
 
Lutz Hübner und Sarah Nemitz müssen eine ganze Reihe von Elternabenden durchstanden haben, denn mit scharfer Beobachtungsgabe lassen sie die unterschiedlichen Elterntypen ihre kleinen Lieblinge verteidigen – koste es was es wolle. Vor allem dann, wenn man sich gegenseitig die rosa-rote Brille von der Nase stupst. Die Situation scheint völlig zu eskalieren, als man in den zurückgelassenen Unterlagen der Pädagogin eine Notenliste findet – die der eigenen Kinder. Jetzt muss man der Wahrheit ins Auge schauen und handeln.
 
Die Klassenzimmerkomödie „Frau Müller muss weg“ gehört derzeit zu den am häufigsten inszenierten Stücken des Berliner Erfolgsautors und seiner Co-Autorin, denn beim Thema „Schule“ können alle mitreden und tun es auch besonders gern. Wenn nun Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Eltern und Erziehern schlüpfen, dann können sie in diesem Stück einmal lustvoll austeilen, denn ohne Blessuren und blaue Flecken kommt hier keiner davon. Dennoch schafft es das Stück, die einzelnen Figuren nicht einfach nur bloß zu stellen, auch wenn die Sympathien häufig wechseln. Schließlich eint sie alle ein Anliegen: das Beste für die Kinder herauszuholen, und das ist mehr als verständlich.
 
Die Theater-AG freut sich, dieses Stück ans AD holen zu können und zu zeigen, in welche Schieflage die Diskussion von Erwachsenen gerät, wenn man ihnen den Boden der Argumente unter den Füße entzieht. Da gerät so manches Welt- und Selbstbild ins Rutschen. Das darf auf der schiefen Spielfläche dann auch allzu wörtlich genommen werden und es bleibt spannend zu erfahren, wer am Ende oben stehen wird.
 
Zu einem Zeitpunkt, wo in den Hagener Grundschulen nicht nur Kastanienmännchen gebastelt, sondern tatsächlich auch Übergangsempfehlungen geschrieben werden, kommt „Frau Müller muss weg“ gerade recht. Ob die Eltern es schaffen, Frau Müller loszuwerden, kann man erleben bei den drei Aufführungen am Dienstag, dem 17.11.15, am Donnerstag, dem 19.11.15, und am Freitag, dem 20.11.15, jeweils um 19:30 Uhr in der Aula des AD.
 
Patrick Jeskow
Ingenieur aus Köln
ein Sohn, Lukas
Henrik H.
Marina Jeskow
Übersetzerin aus Köln
ein Sohn, Lukas
Sara A. d. S.
Katja Grabowski
Museumspädagogin aus Hagen
ein Sohn, Fritz
Karolin K.
Jessica Höfel
Verwaltungsbeamtin aus Hagen
eine Tochter, Laura
Anna v. S.
Wolf Heider
Ex-Techniker aus Hagen
eine Tochter, Janine
Patrick O..
Sabine Müller
Lehrerin aus Wismar
Klassenlehrerin der 4b
Johanna T.
Hagener Fassung
Ort

Klassenzimmer der Klasse 4b einer Hagener Grundschule
ZeitMitte des ersten Schulhalbjahres, also Herbst
Es wurde zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.
                                                                                      Karl Valentin
Das Leben fängt an, 
wenn der Hund tot ist und die Kinder aus dem Haus.
                                                                            Deutsches Sprichwort
Eine Produktion der
Theater-AG 9-Q2
Aufführungsrechte
Hartman & Stauffacher Verlag
Köln
Kastanienmännchen
Shefali B., Aman B.,
Dennis F., Jonas Q.

Bühne
Sara A. d. S., Moritz D.,
Henrik H., Felix K.
Technik
Aman B.
Leitung
Thomas Mehl


Lutz Hübner/Sarah Nemitz
    Lutz Hübner wird 1964 in Heilbronn geboren. Nach dem Abitur 1983 beginnt er ein Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Universität Münster. Von 1986 bis 1989 wird er an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in Saarbrücken als Schauspieler ausgebildet. Engagements führen ihn danach an das Saarländische Staatstheater in Saarbrücken, das Badische Staatstheater in Karlsruhe und das Rheinische Landestheater in Neuss (1990-1993). Am Theater der Landeshauptstadt in Magdeburg ist er von 1993 bis 1996 engagiert. Neben der Schauspielerei führt Lutz Hübner Regie und betätigt sich als Autor. Seit 1996 ist er freiberuflicher Schriftsteller und Regisseur, er lebt mit seiner Familie in Berlin.
     Die meisten seiner überaus erfolgreichen Stücke sind in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Sarah Nemitz entstanden. Sarah Nemitz ist ausgebildete Schauspielerin und Tänzerin und sieht sich selbst nicht als Autorin, sondern als Mitarbeiterin. Figuren und Handlungsabläufe entstehen in gemeinsamen Gesprächen im Team, Lutz Hübner schreibt die Texte, die anschließend von Sarah Nemitz redigiert werden. Auch Sarah Nemitz arbeitet als Regisseurin, mit Dream Team hat sie in Hagen 2009 zum ersten Mal ein Stück ihres Mannes inszeniert.
     Zwischen Lutz Hübner und der Stadt Hagen gibt es enge Verbindungen. Eines der ersten Stücke des neugegründeten Kinder- und Jugendtheaters am Theater Hagen ist Das Herz eines Boxers (1996 Grips-Theater, Berlin). In der Inszenierung von Werner Hahn stehen ein Profi-Schauspieler und ein Laienschauspieler gemeinsam auf der Bühne des Kultopia. Die Hagener Produktion reiht sich ein in die lange Liste der erfolgreichen Inszenierungen dieses mit vielen Preisen ausgezeichneten Jugendstückes. Weitere Stücke von Lutz Hübner finden im Laufe der Zeit den Weg auf die Hagener Bühnen. Im großen Haus gibt man die Theaterkomödie Gretchen 89ff. Die Jugendstücke Creeps sowie Winner & Loser folgen. 2003 wird mit der Uraufführung von Nelly Goodbye die neue Spielstätte des Kinder- und Jugendtheaters im neugestalteten Anbau des Theaters eröffnet – und auf den Namen „lutz“ getauft. Das Stück schreibt der Berliner Autor den Hagener Akteuren auf den Leib, beteiligt sind unter anderem zwei Abiturienten des Albrecht-Dürer-Gymnasiums: Jana Fee Müller und Sabin Tambrea. In Ehrensache spielen ebenfalls zwei AD-Schüler mit, Kirsten Corbett und wiederum Sabin Tambrea. Die Produktion darf aufgrund eines Einspruchs jedoch lange Zeit nicht in Hagen gespielt werden. Die Handlung thematisiert einen Ehrenmord unter Jugendlichen. Auch in dieser Spielzeit gibt es im März 2016 ein gemeinsames Projekt Hagen zwischen Lutz Hübner und dem „lutz“.
     Eine Reihe von Stücken gelangen ins Kino, die Verfilmung der 2010 in Dresden uraufgeführten Theaterfassung von Frau Müller muss weg durch Sönke Wortmann wird in Wien mit dem „Goldenen Romy 2015“ ausgezeichnet.
     Lutz Hübner: „Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen. Wessis haben was gegen die Lehrerin aus dem Osten, Ossis finden die Westkinder völlig verzogen, soziale Vermischung schön und gut, aber doch nicht in der Klasse meines Kindes! Und weil an Elternabenden nicht nur Eltern um ihre Kinder kämpfen, sondern auch immer die Eltern für sich selbst, ist man sich im Vorfeld des Treffens einig geworden: Es geht darum, die blöden Bälger irgendwie durchzukriegen! Frau Müller muss weg!“



Erste Hauptprobe


Premiere


2. Vorstellung 19.11.2015
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